Weltbar

Was die Welt bewegt – und mich!

Online-Game: Die grandiosen Giana Sisters im original Look!

Verfasst von Marcus am August 26, 2008

Hier mal wieder ein schönes Retro-Online Game! Für alle die in den grandiosen C64-Zeiten ihre Jugend verbracht haben: Das ultimative Game “Giana Sisters” im original C64-Look! Viel Spaß…

http://c64s.com/game/1397/giana_sisters/

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Schweizer Außenministerin will Osama Bin Laden treffen

Verfasst von Marcus am August 26, 2008

Die Schweizer Aussenministerin bricht ein diplomatisches Tabu: In einer Rede schliesst sie nicht aus, auch mit Osama Bin Laden den Dialog zu suchen. Wo sie den Terrorfürsten finden will, verriet Micheline Calmy-Rey bisher nicht.

Spätestens seit dem Anschlag vom 11. September 2001 ist der Tenor in den westlichen Demokratien einhellig: mit Terroristen wird nicht verhandelt. Doch die Schweizer Aussenministerin will mit diesem Tabu brechen. Wie die französische Zeitung «Le Monde» berichtet, ist Aussenministerin Micheline Calmy-Rey bereit, «sich mit Osama Bin Laden an einen Tisch zu setzen und einen Dialog mit dem Terrorfürsten zu initiieren.»

Terroristen als wichtige «Mitspieler»

Calmy-Rey wäre damit die erste Ministerin eines demokratischen Landes, die sich mit dem Chef einer Terrororganisation an einen Tisch setzt. Die Schweizer Aussenministerin machte diese Aussage am Rande der Botschafterkonferenz in Bern. Sie hat in ihrer Eröffnungsrede für eine aktive Politik des Dialogs geworben. Gegenüber «Le Monde» präzisierte die Bundesrätin, die Schweiz müsse sich für einen aktiven Dialog engagieren – auch mit politischen Unpersonen. Organisationen wie die Hamas oder die Hizbollah oder die Farc würden zu terroristischen Mitteln greifen. Die Schweiz verurteile dies. Die Vertreter der Organisationen seien aber wichtige Mitspieler, wenn man Konflikte beenden wolle. Mit diesen Leuten zu verhandeln, heisse aber nicht, dass man ihre Taten entschuldigen und akzeptieren wolle.

Wird sie wieder einen Schleier tragen?

Mit dieser Sicht der Dinge dürfte sich die Schweizer Aussenministerin weiteren Ärger mit den USA einhandeln. Dabei haben die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA bereits stark unter Calmy-Reys Reise nach Teheran gelitten: Im März machte sie dort dem Mullah-Regime einen Schleier tragend ihre Aufwartung.

quelle: http://www.bazonline.ch/schweiz/Micheline-CalmyRey-will-Osama-Bin-Laden-treffen/story/11684982

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Zum Totlachen: Saakashvili frisst seine Krawatte

Verfasst von Marcus am August 18, 2008

Einfach herrlich…

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Das magische Dreieck des globalen Kapitalismus

Verfasst von Marcus am August 18, 2008

Im Spiel des globalen Kapitalismus geht es um Geld und Macht, wobei sich die Aktivitäten der herrschenden Eliten dabei um eine Art magisches Dreieck drehen. Peter Dale Scott hat es als die G-O-D-Triangle bezeichnet, in der G für “guns an armaments (Geld und Waffen), O für “oil” (Öl und andere Kohlenstoffe) und D für “drugs and narcotics” (Drogen) steht. Und wie es so ist, wenn GOD ins Spiel kommt werden irdische Einrichtungen wie Recht, Ordnung sowie individuelle und nationale Interessen außer Kraft gesetzt. Ein aktuelles Beispiel dafür ist in dem Insiderbericht eines ehemaligen Mitglieds der amerikanischen Anti-Drogen-Behörde nachzulesen, der die Lage in der Opium-Hölle Afghanistan schildert: “Präsident Hamid Karsai und seine Regierung sind in die milliardenschweren Geschäfte der Drogenbarone verstrickt. Das Pentagon behindert die eigenen Anti-Drogen-Behörden. Das sagt der hohe US-Beamte Thomas Schweich. Er kämpfte an allen Fronten gegen die Opium-Produktion.”

Dass dieser Kampf einer gegen Windmühlenflügel bleiben wird ist freilich abzusehen – und dies liegt weder an den afghanischen Bauern, die Mohn anbauen, noch an den Junkies in den Metropolen, die sich Heroin reinziehen. Es liegt an der internationalen Drogengesetzgebung, die mit der Prohibition dafür sorgt, dass aus einem simplen Agrarprodukt mehr Profit geschlagen werden kann als aus jeder anderen Ware dieser Welt. Selbst illegaler Waffenhandel und knappes Öl generieren nicht im Entferntesten Gewinnspannen wie der Handel mit illegalisierten Drogen, der deshalb auch die wichtigste Finanzquelle des Terrorismus ist. Sowie der herrschenden Eliten, deren Wall-Street-Kartenhaus zusammenbräche, wenn die jährlichen 500 Mrd.$ Schwarzgeld aus dem Drogenhandel plötzlich ausblieben. Mit diesem Geld liessen sich die verarmten Bauern in Afghanistan ebenso über Jahre versorgen wie die süchtigen Heroiniker in aller Welt. Nur Mafia, Al Qaida, Blackwater, Halliburton & Co. würden alt aussehen. Da fragt sich doch, wer eigentlich die Gesetze macht, die solchen Kriminellen derart heftig sprudelnde Einnahmen verschafft…

quelle: http://www.zweitausendeins.de/writersblog/broeckers/index.cfm?mode=entry&entry=CFF19850-65BF-D72D-A3DEBFC6B68EA72A

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Morgen in Wolfsburg – 1.FC Köln allez allez…

Verfasst von Marcus am August 15, 2008

Morgen geht’s endlich wieder los, es ist BUNDESLIGA-TIME! Und für den 1.FC Köln scheint es ein guter Start zu werden!

Die Bilanz ist ja ernüchternd. Bei den fünf Auftritten beim VfL Wolfsburg konnte der FC nie gewinnen, verlor dreimal (bei zwei Remis) und musste satte 15 Gegentore (bei nur drei eigenen) schlucken. Reißt am Samstag diese Negativ-Serie? Denn die Vorzeichen stehen für den Außenseiter aus Köln nicht einmal schlecht.

Optimistisch geht der stark verstärkte Aufsteiger die neue Serie an. „Die Vorfreude hat sich eingestellt. Es wird schwierig, doch ich hoffe und glaube, dass wir einen guten Start hinlegen werden“, ist Präsident Wolfgang Overath zuversichtlich.

Folgende Punkte sprechen für einen guten Start:

  • Trainer Christoph Daum hat kaum Verletzungssorgen, die Startelf steht. Ganz im Gegensatz zu seinem Gegenüber Felix Magath. Er muss fast sicher auf seinen Paradesturm Edin Dzeko/Grafite verzichten. Dzeko fällt wegen einer Sprunggelenkverletzung definitiv aus, Wiederholungstäter Grafite droht nach seiner Tätlichkeit im Test gegen Palermo eine Sperre.  Am Freitag folgt das Urteil. Alternativen hat Magath fast keine: Mahir Saglik (kam vom Regionalligsten Wuppertal) und Ashkan Dejagah, der sich im Mittelfeld wesentlich wohler fühlt, müssten ran.

 

  • Die Experten zählen den für über 25 Millionen Euro verstärkten VfL zum Favoritenkreis im Kampf um den Titel. Doch die Truppe wirkt noch nicht eingespielt. Wie im Vorjahr. Auch da patzten die „Wölfe“ gegen einen Außenseiter gleich zum Auftakt: Beim 1:3 gegen Bielefeld traf einzig Sergiu Radu. Der stürmt jetzt für den FC …

     

  •  Unruhe bei den „Wölfen“. „Ich hätte mir die Woche anders gewünscht“, schimpftegestern Magath. Nichts mit „Felix im Glück“: Der mächtige Trainer verlor zu allem auch noch Spielmacher Marcelinho. Der wechselte überstürzt in seine Heimat zu Flamengo Rio de Janeiro.

  

  • Magath hat Respekt vor einem kessen FC. „Köln ist der reifste Aufsteiger. Ich bin überzeugt, dass der FC keine Schwierigkeiten hat, sich in der Bundesliga zu etablieren. Der FC ist auswärts konterstark und ein ganz unangenehmer Gegner. Köln ist immer für Tore gut. Wir müssen da höllisch aufpassen.“

  • Und dann ist da noch Daums persönliche Bilanz gegen Magath: Alle bisherigen vier Trainerduelle mit Magath entschied der Kölner für sich…

Man wird’s morgen sehen. Ich hoffe auf einen gelungenen Einstand vom FC und auf eure Unterstützungskommentare… :-)

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Wie man eine Bierflasche mit einem Blatt Papier öffnet

Verfasst von Marcus am August 14, 2008

Zu später Stunde wiedermal ein Bier-Trick:

Man kann mit einem einfachen Blatt Papier eine Bierflasche öffnen! Der Gag auf jeder Party oder einfach zum Freundebeeindrucken! Im folgenden Video wird alles schön erklärt… Prost!

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Putin tappt in die Falle

Verfasst von Marcus am August 14, 2008

Die von Amerikanern ausgerüstete und ausgebildete georgische Armee schwärmte vergangenen Donnerstag nach Südossetien ein, tötete ca. 2000 Zivilisten, vertrieb 40.000 Südosseten über die russische Grenze und zerstörte einen Großteil der Hauptstadt Tschinvali. Der Angriff wurde durch nichts provoziert und erfolgte volle 24 Stunden bevor auch nur ein einziger russischer Soldat seinen Fuß auf südossetisches Gebiet gesetzt hatte. Nichtsdestotrotz glaubt die Mehrheit der Amerikaner immer noch, dass zuerst die russische Armee auf georgisches Territorium vorgedrungen sei. BBC, AP, NPR, die New York Times und alle anderen Medien des Establishments haben ihre Leser kontinuierlich und absichtlich zu der Annahme verleitet, die Gewalt in Südossetien sei seitens des Kremls initiiert worden.

Halten wir eines fest: So war es nicht. Tatsächlich bestreitet NIEMAND die Fakten – bis auf jene Leute, die ihre Informationen aus der westlichen Presse beziehen. Obwohl sie mehr und mehr ihre Glaubwürdigkeit verlieren, fungieren die Konzernmedien weiterhin als Propaganda-Abteilung des Pentagon.

Der frühere russische Präsident Michail Gorbatschow hat die Ereignisse in seinem am Montag in der Washington Post veröffentlichten Kommentar gut zusammengefasst:

„Für einige Zeit herrschte in Südosstien relative Ruhe. Die aus Russen, Georgiern und Osseten zusammengesetzten Friedenstruppen erfüllten ihre Mission, und gewöhnliche Osseten und Georgier, die dicht nebeneinander wohnen, fanden ein gewisses Maß an gemeinsamer Grundlage … Was in der Nacht des 07. August geschah, entzieht sich dem Verständnis. Das georgische Militär griff die südossetische Hauptstadt Tschinvali mit Stalinorgeln an, die entwickelt wurden, um große Flächen in Schutt und Asche zu legen … Dieser Militärangriff gegen Unschuldige war eine rücksichtslose Entscheidung, deren tragische Konsequenzen für Tausende Menschen verschiedener Nationalitäten nun klar sind. Die georgische Führung konnte das nur mit der Unterstützung und Ermutigung einer sehr viel stärkeren Macht im Rücken tun. Die georgischen Streitkräfte wurden von Hunderten US-amerikanischer Ausbilder trainiert, und ihre moderne Ausrüstung wurde in diversen Ländern zusammengekauft. Diese Umstände und die versprochene NATO-Mitgliedschaft veranlasste die georgische Führung zu der Annahme, sie könnten sich eine „Blitzkrieg“ in Südossetien leisten … Russland musste reagieren. Russland eine Aggression gegen das „kleine, hilflose“ Georgien vorzuwerfen, ist nicht nur hypokritisch, sondern zeugt von menschenverachtend.“
(„A Path to Peace in the Caucasus“, Michail Gorbatschow, Washington Post)

Es stellt sich den Amerikanern nun die Frage, wem sie eher trauen wollen – Michail Gorbatschow oder den Konzernmedien?

Russland hat seine Panzer und Truppen in Südossetien eingesetzt, um das Leben von Zivilisten zu retten und den Frieden wiederherzustellen. Punktum. Es hat kein Interesse, die ehemalige Sowjetrepublik zu annektieren oder seine gegenwärtigen Grenzen sonst wie zu erweitern. Nachdem die georgische Armee nun vernichtend geschlagen wurde, haben der russische Präsident Medvedev und Premierminister Putin ihren Willen bekundet, die Angelegenheit auf dem üblichen diplomatischen Wege im Rahmen der Vereinten Nationen zu regeln. Dabei sind sie sich beide im Klaren darüber, dass Washington in die Feindseligkeiten verwickelt ist. Sie wissen, dass der georgische Präsident Michail Saakaschwili ein Handlanger der Amerikaner ist, der in Folge eines von der CIA geförderten Coups, der sogenannten “Rosenrevolution” an die Macht kam und niemals ohne explizite Anweisung seitens der Strippenzieher im Weißen Haus eine Militäraktion anordnen würde. Mit großer Wahrscheinlichkeit kamen die Befehle zum Einmarsch direkt aus dem Büro des amerikanischen Vizepräsidenten, Dick Cheney.

Die georgische Armee hatte nicht die geringste Chance, einen Krieg gegen Russland zu gewinnen, und keine Absicht, das überfallene Territorium zu okkupieren. Das eigentliche Ziel war, die russische Armee in eine Falle zu locken. Die US-Planer hoffen, auch diesmal so raffiniert erfolgreich zu sein wie damals in Afghanistan; sie wollen ihr russisches Opfer in ein langes, blutiges Fiasco á la Tschetschenien locken und so die russischen Truppen im Kampf gegen Guerillakräfte aufreiben, die vom US-Militär und Geheimdiensten ausgebildet und bewaffnet werden. Der Krieg wird unter dem Vorwand geführt werden, man müsse doch Georgien vom russischen Imperialismus befreien und Putin von der Umsetzung seines angeblichen Plans abhalten, die wichtigen, in westlichem Besitz befindlichen Pipelines um das Kaspische Becken unter seine Kontrolle zu bringen. Ein Großteil dieser von “Think Tanks” zurechtgezimmerten Darstellung ist bereits in den Mainstream-Medien zu finden oder wurde seitens der amerikanischen Politik-Elite verlautbart. Derweil lenken die Kämpfe im Kaukasus davon ab, dass eine riesige Armada von US-Kriegsschiffen auf den Weg zum Persischen Golf ist, um für die für die langerwartete Konfrontation mit dem Iran bereit zu sein.

Die Operation Brimstone, ein gemeinsames Marinemanöver von USA, Großbritannien und Frankreich im Atlantischen Ozean, mit dem die Seeblockade gegen den Iran eingeübt wurde, ging erst letzte Woche zu Ende. Dieses Manöver diente dazu, die Seeblockade gegen den Iran und seine wahrscheinliche Reaktion zu simulieren.

Dazu Earl of Stirling auf der Global Research-Website:

“Das Manöver beinhaltete einen Flugzeugträger-Krampfgruppe der US-Navy, eine “Expeditionary Carrier”-Kampfgruppe, [eine um ein amphibisches Angriffsschiff versammelte Kampfgruppe, d.Ü.] der US-Navy, eine Flugzeugträger-Kampfgruppe der Royal Navy, ein französisches Jagd-U-Boot mit Nuklearantrieb sowie eine große Anzahl Kreuzer, Zerstörer und Fregatten der US-Navy, welche die „feindliche Flotte (darstellten). Die Führung des Manövers oblag dem amerikanischen Schiff USS Theodore Roosevelt (CVN71) und seiner Flugzeugträger-Kampfgruppe 2 (CCSG-2), welche nun gemeinsam mit der von Japan kommenden USS Ronald Reagan (CVN76) und deren Flugzeugträger-Kampfgruppe 7 (CCSG-7) in Richtung Iran unterwegs sind.”

Stirling fügt hinzu: “Für Russland wurde eine strategische Ablenkung geschaffen. Die südossetische Hauptstadt wurde bombardiert und eine große georgische Panzerstreitmacht rückte in Richtung Grenze vor … Eintausend amerikanische Marines haben vor Kurzem erst das georgische Militär in Georgien ausgebildet … Russland hat erklärt, es würde nicht tatenlos zusehen, wie die Georgier Südossetien angreifen. Die Sache könnte übel ausgehen, und dabei handelt es sich lediglich um ein strategisches Ablenkmanöver … allerdings eines, das entsetzliche Auswirkungen haben könnte.”
(”Massive US Naval Armada Heads for Iran”, Earl of Stirling, Global Research)

Im Juni präsentierte der ehemalige außenpolitische Berater des US-Präsidenten Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, die Grundzüge der Geschichte, die gegen Russland verwendet werden würde. Das war genau zwei Monate vor der georgischen Invasion in Südossetien. Der Artikel erschien auf der Website des Kavkazcenter. Brzezinski sagte, die Vereinigten Staaten hätten von “Fällen möglicher Bedrohungen seitens Russland erfahren, die sich gegen Georgien richteten und bei denen es darum ging, die Baku-Ceyhan-Pipeline unter russische Kontrolle zu bekommen”.

Brzezinski: “Russland tendiert dazu, die zentralasiatische Region von direktem Zugang zur Weltwirtschaft zu isolieren, insbesondere zur Energieversorgung … Wenn die georgische Regierung destabilisiert wird, bedeutet das weitere Einschränkung für den Zugriff des Westens auf Baku, das Kaspischen Meer und andere Orte.”
http://www.kavkazcenter.com/eng/content/2008/06/13/9798.shtml

Unsinn. Weder Putin noch der neugewählte Präsident Dmitry Medvedev haben solche Pläne. Es ist eine absurde Annahme, Russia würde sich nach zwei nutzlosen Kriegen in Tschetschenien und Afghanistan und nach den Jahren aufreibender Armut und sozialer Unruhe, die dem Zerfall der Sowjetunion folgten, nun in einen Energiekrieg mit der Nuklearmacht USA stürzen. Das wäre völliger Wahnsinn. Brzezinskis Spekulation gehört zu einer umfangreicheren Geschichte, die für die westlichen Medien ausgearbeitet wurde, um eine Rechtfertigung für die anstehenden Aggressionen gegen Russland zu haben. Brzezinski ist nicht nur Architekt der von den Mudshaheddin nageführten Kampagne gegen Russland im Afghanistan der 1980er, sondern auch Autor des Buchs Die Welt als Schachbrett – Amerikanische Vorherrschaft und ihre geostrategischen Notwendigkeiten, der operativen Theorie hinter dem Krieg gegen den Terror, welche die massive Intervention seitens der USA in Zentralasien beinhaltet, um die dortigen Ressourcen zu kontrollieren, Russland zu zerschlagen und den Produktionsgiganten China zu umzingeln.

Die Welt als Schachbrett ist die Neuauflage des “Großen Spiels“ für das 21. Jahrhundert. Das Buch beginnt mit dieser bedeutsamen Erklärung:

“Seit die Kontinente vor ungefähr fünfhundert Jahren politisch zu interagieren begannen, war Eurasien ein Zentrum der Weltmacht … Der Schlüssel zur Kontrolle Eurasiens, so Brzezinski, liegt in der Kontrolle der zentralasiatischen Republiken.”

Das ist Herz und Seele des Krieges gegen den Terror. Dem Expertengremium hinter dem “endlosen Konflikt” geht es im Grunde um Zentralasien. Es war die pro-israelische Fraktion in der Republikanischen Partei, die den Schalter umlegte und den Fokus auf den Mittleren Osten verlegte anstatt auf Eurasien. Nun haben sich die mächtigen Mitglieder des US-amerikanischen Außenpolitik-Establishments (Brzezinski, Albright, Holbrooke) hinter dem populistischen “Papp-”Präsidentschaftskandidaten Barak Obama neu aufgestellt und bereiten sich darauf vor, die amerikanischen Kriegsaktivitäten an asiatische Schauplätze zu verlegen. Obama bietet seinen Wählen die Wahl zwischen verschiedenen Kriegen, aber keine gegen Krieg.

Am Sonntag beschuldigte Brzezinski Russland imperialistischer Ambitionen und verglich in einem Interview mit Nathan Gardels Putin mit „Stalin und Hitler“.

Gardels: “Wie soll die Welt Russlands Einmarsch in Georgien verstehen?”

Zbigniew Brzezinski: “Es geht darum, welche Rolle Russland im neuen internationalen System (alias New World Order) spielen wird. Leider bringt Putin Russland auf einen Kurs, der unheilverheißend dem von Stalin und Hitler in den späten 1930ern ähnelt. Der schwedische Außenminister Carl Bildt hat richtigerweise Putins „Rechtfertigung“ für die Zergliederung Georgiens – nämlich die Russen auf georgischem Territorium – mit Hitlers Taktik hinsichtlich der damaligen Sudetendeutschen auf tschechoslowakischem Territorium verglichen. Noch unheimlicher ist die Ähnlichkeit von Putins Vorgehen in Bezug auf Georgia mit dem von Stalin in Bezug auf Finnland: Die Souveränität eines kleinen, demokratischen Nachbarlandes mit Gewalt zerrütten. Mit Hinblick auf den moralischen und strategischen Effekt, ist Georgia heute in der gleichen Situation wie damals Finnland.
(”Brzezinski: Russia’s invasion of Georgia is Reminiscent of Stalin’s attack on Finland”; Huffington Post)

Die internationale Gemeinschaft steht nun vor der Frage, wie man auf ein Russland reagieren soll, das zur Umsetzung größerer imperialistischer Bestrebungen rohe Gewalt anwendet: Die früheren Sowjetrepubliken sollen wieder unter die Kontrolle des Kremls gebracht werden und dem Westen soll der Zugang zum Kaspischen Meer und nach Zentralasien abgeschnitten werden, indem man die durch Georgien verlaufende Baku-Ceyhan-Pipeline unter seine Kontrolle bringt.

Kurz gesagt, es steht sehr viel auf dem Spiel. Es geht um den Zugang zu Öl, das eine immer knapper und teurer werdende Ressource ist. Es geht darum, wie sich eine Großmacht in unserer heutigen, gerade erst unabhängig gewordenen Welt aufführt. Ihr Verhalten sollte auf Entgegenkommen und Konsens beruhen, nicht auf brutaler Gewalt.

Wenn Georgien zergliedert wird, wird nicht nur der Westen vom Zugang zum Kaspischen Meer und nach Zentralasien abgeschnitten sein. Wir können logisch voraussehen, dass Putin, falls er auf keinen Widerstand trifft, dieselbe Taktik auf die Ukraine anwenden wird. Öffentliche Drohungen gegen die Ukraine hat er ja bereits geäußert.”

Brzezinski ist sehr stolz darauf, ein disziplinierter und vernünftiger Sprecher im Namen der Projekte des US-amerikanischen Imperialismus zu sein. Es passt gar nicht zu ihm, sich solcher hysterischen Rhetorik zu bedienen. Womöglich ist die Situation noch angespannter als wir wissen. Könnte es vielleicht sein, dass das Finanzsystem seiner Kernschmelz-Phase sehr viel näher ist als wir alle ahnen?

Es sollte aus Brzesinskis Kommentar klar geworden sein, dass die Georgiens Invasion in Südossetien keine zusammenhanglose Demonstration neokonservativen Imponiergehabes war, sondern Teil einer übergeordneten Strategie, Russland in einen endlosen Konflikt zu ziehen, der seine Ressourcen auslaugen, sein internationales Ansehen beschädigen und seinen Machtbestrebungen Einhalt gebieten, des weiteren die zerfaserte Allianz zwischen Europa und Amerika stärken und die Aufmerksamkeit von der größer angelegten Unternehmung im Persischen Golf ablenken soll. Es ist besonders beunruhigend, dass Brzezinski in diese Pläne involviert zu sein scheint. Brzezinski, Holbrooke und Albright bilden das “A-Team des Imperialismus”. Sie sind keine Neocon-Stümper in Schlüsselpositionen wie Feith und Rumsfeld, die sich schon selbst ein Bein stellen, wenn sie morgens aufstehen wollen. Das sind kaltblütige Macchiavelli-Imperialisten, die genau wissen, wie sie die Medien und die diplomatischen Kanäle füttern müssen, um ihre völkermörderischen Absichten unter einem Deckmantel von humanitärem Gesülze zu verstecken. Sie wissen, was sie tun, und sie sind gut darin. Das sind keine Deppen. Sie haben sich in das Obama-Lager gemischt und bereiten sich für ihren nächsten großen Anlauf als globale Unruhestifter vor. Das sollte jenen Wählern die Augen öffnen, die immer noch der Meinung sind, Obama stehe für „Veränderung, an die wir glauben können“.

Richard Holbrooke hatte am Dienstag bei der Lokal-Neokonservativen Margaret Warner einen Auftritt in der Jim Lerher News Hour. Wie es für Warners “unparteiische” Herangehensweise typisch ist, gehörten alle beide Interviewpartner zum ultra-konservativen Lager in rechtsgerichteten „Think-Tanks“: Richard Holbrooke vom Council on Foreign Relations und Dmiti Simes vom Nixon Center.

Laut Holbrooke haben „die Russen (die Kämpfe in Südossetien) absichtlich provoziert und zeitlich genau auf die Zeit der Olympiade gelegt. Dies ist ein lange geplanter Versuch seitens der Russen, Präsident Saakaschwili zu beseitigen.“

Richtig. Das ist bestimmt auch der Grund, warum Putin so geschockt war, als er (in Beijing) von der Sache erfuhr, und warum er so eilig zurück nach Moskau flog (nicht ohne Bush vorher noch ärgerlich mit dem Zeigefinger zu drohen!).

Holbrooke: “Und ich möchte betonen, dass ich kein Kriegstreiber bin. Ich will genauso wenig einen neuen Kalten Krieg wie Dimitri hier … Die Russen wollen sich ihre historische Hegemonie zurückbeschaffen, und dazu gehört die Ukraine. Und es ist kein Zufall, daß die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken dabei zuschauen und außerordentlich beunruhigt sind, während Putin immer weiter versucht, sich eine Art Hegemonialterritorium zu schaffen.”

Es ist nicht möglich, hier auf all die von Holbrooke geäußerten Verzerrungen, Halbwahrheiten und Lügen allein in diesem einen Absatz einzugehen. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass eine falsche Darstellung konstruiert wird, um Putin zu dämonisieren und künftige Feindseligkeiten gegen Russland zu rechtfertigen. Holbrookes Behauptungen sind nicht weniger erfunden wie die von Brzezinski, und doch tauchen diese Lügen bereits in den Mainstream-Medien auf. Die Hauptstoßrichtung für die Propaganda wurde bereits festgelegt: “Putin stellt eine Gefahr dar “,”Putin will das Sowjetimperium neu errichten”, “Putin ist ein Autokrat”. (Ganz im Gegensatz zu unseren “freiheitsliebenden” Alliierten in Saudi-Arabien, Jordanien und Ägypten, oder wie!?!) Die Wahrheit ist, dass Putin einfach froh ist, Russland wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen zu sehen, und dabei gerne in Ruhe gelassen werden möchte. Das aber ist unmöglich, solange die USA 24 Stunden täglich damit verbringen, andere Leute zu piesacken. Die Welt verdient eine Pause von diesen überaus lästigen USA.

Warum wird nun Putin seitens Brzezinski und seinen Unterstützern im Außenpolitik-Establishment dämonisiert und Russland mit “Ächtung, Isolation und Wirtschaftssanktionen“ bedroht? Welches Verbrechen hat Putin begangen?

Putins Probleme lassen sich zurückverfolgen zu einer Rede, die er vor fast zwei Jahren in München hielt, als er unmissverständlich erklärte, er lehne die Grundsätze der Bush-Doktrin und der globalen US-Hegemonie ab. Diese Rede kam einer russischen Unabhängigkeitserklärung gleich. Seitdem steht er für die westlichen Eliten, insbesondere für das Council on Foreign Relations und das American Enterprise Institute auf der Feindliste, zusammen mit Ahmadinedshad, Chavez, Castro, Morales, Mugabe und allen anderen, die es ablehnen, von der Washingtoner Mafia Befehle entgegenzunehmen.

Folgendes hat Putin damals in München gesagt:

“Was ist aber eine monopolare Welt? Wie dieser Begriff auch immer ausgeschmückt werden mag – im Endeffekt bedeutet er in der Praxis nur eines: Ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Kraft und ein Zentrum der Beschlussfassung.
Das ist die Welt eines Herrschers, eines Souveräns. Im Endeffekt ist das nicht nur für diejenigen verderblich, die sich im Rahmen dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört. … Was noch wichtiger ist: Das Modell selbst funktioniert nicht, weil seine Grundlage nicht die moralische Basis der gegenwärtigen Zivilisation enthält und auch nicht enthalten kann.

(Übersetzung laut rian.ru)

Die einseitigen und des öfteren unlegitimen Handlungen haben kein einziges Problem gelöst. Mehr noch: Sie haben zu neuen menschlichen Tragödien und zu neuen Spannungsherden geführt. Urteilen Sie selbst: Die Kriege sowie die lokalen und regionalen Konflikte sind nicht weniger geworden. Herr Teltschik hat gerade das durchaus sanft erwähnt. Dabei sterben in diesen Konflikten nicht weniger, sondern sogar mehr Menschen als früher. Wesentlich mehr – wesentlich mehr!

Heute beobachten wir eine fast durch nichts gezügelte und übertriebene Anwendung von militärischer Gewalt in den internationalen Angelegenheiten. Einer Gewalt, die die Welt in die Tiefen einander ablösender Konflikte stößt. Als Folge reichen die Kräfte nicht für eine umfassende Lösung zumindest eines einzelnen davon. Auch ihre politische Lösung wird unmöglich.

Wir beobachten eine immer stärkere Vernachlässigung der grundlegenden Prinzipien des Völkerrechts. Mehr noch: Einzelne Normen, eigentlich schon beinahe das gesamte Rechtssystem eines einzelnen Staates, in erster Linie natürlich der Vereinigten Staaten, haben die nationalen Grenzen in allen Bereichen überschritten und werden sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik und in der humanitären Sphäre anderen Staaten aufgedrängt. Wem könnte das denn gefallen? Wem könnte das gefallen?

In den internationalen Angelegenheiten ist immer häufiger das Streben zu sehen, diese oder jene Fragen ausgehend von der sogenannten politischen Zweckmäßigkeit zu lösen, der die aktuelle politische Konjunktur zu Grunde liegt. Das ist natürlich äußerst gefährlich. Und das führt dazu, dass sich niemand mehr in Sicherheit fühlt. Ich möchte das betonen: Niemand fühlt sich mehr in Sicherheit! Weil sich niemand hinter der schützenden Mauer des Völkerrechts verbergen kann. Eine solche Politik katalysiert natürlich das Wettrüsten. …

Ich bin davon überzeugt, dass wir an einem Grenz-Zeitpunkt angelangt sind, an dem wir uns ernsthafte Gedanken über die gesamte Architektur der globalen Sicherheit machen müssen.”

Jedes dieser Worte Putins entsprach der Wahrheit. Deshalb wurde diese Rede in den westlichen Medien auch nicht abgedruckt.

“Einseitige und des öfteren unlegitime Handlungen”, die “fast durch nichts gezügelte und übertriebene Anwendung von militärischer Gewalt”, die “immer stärkere Vernachlässigung der grundlegenden Prinzipien des Völkerrechts ”, und vor allem: “Niemand fühlt sich mehr in Sicherheit!”

Putins Ansprüche sind alle unanfechtbar, deshalb steht er im Fadenkreuz der Neocons. Er stellt eine direkte Herausforderung für das – wie Brzezinski es nennt – “internationale System” dar, welches nichts anderes ist als das Konzern- und Bankenkartell, das von der westlichen Oligarchie gewissenloser Geschäftemacher kontrolliert wird.

Südossetien war eine Falle, und Putin hat den Köder geschluckt. Allerdings ist der schlaue russische Ministerpräsident erheblich gescheiter als die gesamte gegenwärtige US-Regierung. Bush’s Plan wird garantiert nach hinten losgehen und das geopolitische Machtgefüge aus dem Gleichgewicht bringen. Vielleicht bekommt die Welt dann doch noch ihre Atempause von den USA.

Mike Whitney, 13.08.2008
http://www.informationclearinghouse.info/article20508.htm
Übersetzung: Berna Kühne-Spicer

quelle: http://annakuehne.twoday.net/stories/5123432/

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Die Erde bebt jeden Tag – auch bei euch!

Verfasst von Marcus am August 14, 2008

Möchte euch gerne über was, aus meiner Sicht, sehr interessantes informieren: Ein kleines Hobby von mir ist das sog. seismische Monitoring. Man hat auf diesen Monitoring-Seiten Zugriff auf die aktuellsten Erdbeben und dies relativ zeitnah und mit vielen Daten, daher auch für Profis sehr interessant.

Ich möchte Euch zwei Seiten empfehlen:

Zum einen die Monitoring-Seite vom GFZ in Potsdam. Hier sind auf einer Weltkarte immer die aktuellsten Beben eingetragen, das letzte beben blinkt. Zu meiner Posting-Zeit blinkt es stark in Severnaya Zemlya in der russischen Arktis. Man glaubt nicht, wieviele Beben es tagtäglich gibt! Und: man kann sehr schön die Lehre der Plattentektonik nachvollziehen, denn an den Grenzen der Kontinentalplatten gibt es die meisten Beben.

Hier noch ein Schmankerl für deutsche Erdbebenfans: Es gibt hier eine spezielle Monitoring-Karte fürdas Rheinland von der Erdbebenstation in Bensberg. Dort kann man auch fast tägliche Beben in Deutschland nachvollziehen. Natürlich sind diese viel schwächer als in den weltweiten Gefahrenzonen.

Ich hoffe, dass ich euch etwas neues zeigen konnte und, dass es euch gefällt!

 

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Lafontaine für Blauhelm-Einsatz im Kaukasus

Verfasst von Marcus am August 14, 2008

Nach dem vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew verkündeten Ende der Militäraktion in Georgien wird in Deutschland über das weitere Vorgehen im Kaukasus-Konflikt debattiert. Während sich die SPD-Außenexperten Walter Kolbow und Gert Weisskirchen am Dienstag für eine Vermittlungsrolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in dem Konflikt zwischen Russland und Georgien stark machten, befürwortete Linke-Chef Oskar Lafontaine den Einsatz einer UN-Blauhelmtruppe. »Wenn der UNO-Sicherheitsrat einen Blauhelm-Einsatz beschließen würde, würde dieser von der Linken unterstützt«, sagte Lafontaine.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) betonte, Deutschland sei mit der EU gefordert, alles zu tun, um die Situation zu stabilisieren. »Wir müssen Russland deutlich machen, dass die Souveränität Georgiens völkerrechtlich zu achten ist. Aber auch Georgien muss seinen Anteil zu einer anhaltend stabilen und friedlichen Entwicklung leisten«, sagte er. Nach dem Ende der Gewalt müsse eine politische Lösung einvernehmlich zwischen Georgien und den betroffenen Territorien gefunden werden.

Kolbow und Weisskirchen begrüßten den von Medwedew verkündeten »Abschluss der Militäroperationen« in Georgien. Dieser »überfällige Schritt« Russlands eröffne die Perspektive für politische Verhandlungen, erklärten die beiden SPD-Politiker. Nach der Einstellung der kriegerischen Auseinandersetzungen sollte geprüft werden, ob die OSZE eine »konfliktregelnde Rolle« übernehmen könne.

Dabei liege der Vorteil der OSZE auf der Hand, argumentierten Kolbow und Weisskirchen. Es sei »eine traditionsreiche sicherheitspolitische Organisation, die bereits in früheren Zeiten eine hervorgehobene Rolle in der transeuropäischen Sicherheitspolitik« gespielt habe. In ihr seien »nicht nur alle europäischen Staaten, sondern auch Georgien, Russland und die USA vertreten«.

Die Vermittlungsbemühungen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in den vergangenen Tagen werteten die beiden SPD-Politiker als »gute Basis« für die bevorstehenden Gespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Medwedew. Es gelte sie zu nutzen, um eine »politische Konfliktregelung im Rahmen der OSZE zu ermöglichen und um dem Frieden in der Region eine realistische Chance zu geben«.

Mit dem Kaukasus-Konflikt wird sich voraussichtlich auch das Bundeskabinett am Mittwoch unter Leitung Merkels befassen. Die Kanzlerin wird am Freitag zu Gesprächen mit Medwedew nach Russland reisen. Am Donnerstag kommt der Auswärtige Ausschuss des Bundestages zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Lage in Georgien und die Konsequenzen für die Politik Deutschlands und der EU zu beraten. Steinmeier werde die Abgeordneten über die Entwicklungen im Kaukasus unterrichten, teilte der Ausschussvorsitzende Ruprecht Polenz (CDU) mit.

In Berlin demonstrierten derweil rund 300 Menschen für einen Abzug russischer Truppen aus Georgien. Die überwiegend georgischstämmigen Demonstranten forderten vor der russischen Botschaft in Sprechchören »Russland raus aus Georgien« und »Stoppt den Krieg«.

http://www.linie1-magazin.de/linie1/news/Politik/artikel.php?id=29871

Die Linke scheint sich der realen Machtpolitik immer mehr anzunähern. Das riecht nach Ärger…

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Fremdgehen? Machen doch eh alle…

Verfasst von Marcus am August 14, 2008

Susanna und Marcel hatten einen Code vereinbart: Geht einer fremd, schickt er dem anderen eine Rose. Spätestens am Monatsende. Damit er nicht ewig über die richtigen Worte nachdenken muss und es vor sich her schiebt und am Ende ganz verschweigt. Clevere Regel, eigentlich. Bis Marcel nach zwei Jahren Schluss machte und am nächsten Tag die dicke Box vor seiner Tür fand. Da waren Rosen drin. Gleich fünf.

Mit dem Seitensprung des Partners ist es wie mit Blitzschlägen oder Lebensmittelvergiftungen: Es kann jeden treffen, aber jeder denkt, dass es nur anderen passiert. Dabei gibt es keinen Grund für diese Annahme: Jeder zweite deutsche Mann ist in seinem Leben schon fremdgegangen. Inzwischen auch fast jede zweite Frau.
Besonders hoch ist das Risiko in Berlin. Das hat die Seitensprung-Plattform Firstaffair.de ausgerechnet. Sie hat ihre 500.000 Mitglieder nach Orten sortiert und auf die jeweilige Einwohnerzahl umgerechnet, heraus kam der „Seitensprung-Aktivitätsindex“. Berlin führt vor Hamburg und Bremen.

Als ob die fragwürdige Auszeichnung „Singlehauptstadt“ nicht reichen würde – die wenigen festen Paare, die hier leben, turnen auch noch heimlich durch fremde Betten. Gibt es überhaupt noch normale, funktionierende Beziehungen? „Endlich einmal etwas, das länger als vier Jahre hält“, hat Thees Uhlmann gesungen. Und damit die Beziehung zu seinem Hund gemeint. Das Tier wurde später vom Auto überfahren, aber der Grundgedanke stimmte wohl.
Warum Menschen fremd gehen, darüber streiten Biologen, Beziehungsforscher und Psychologen weiterhin verbittert. Für die einen bleibt es Evolutionsdruck: Männer müssen Spermien streuen, Frauen suchen instinktiv nach dem besten Genmaterial für ihren Nachwuchs. Deshalb gehen Frauen an fruchtbaren Tagen häufiger fremd. Dann gibt es die These, dass Untreue ein Ausdruck von Kreativität sei, als Beispiele mussten schaffens- und fremdgehfreudige Genies wie Einstein, Picasso und Charlie Chaplin herhalten. Der Braunschweiger Psychologe Christoph Kröger hat eine andere Erklärung. Für ihn hängt der Seitensprung nicht von den Genen ab, sondern von den Umständen. Soll heißen: Fast jeder geht fremd, wenn er die Gelegenheit dazu hat.

Soll heißen: Fast jeder kann zum Fremdgänger werden, wenn er nur die Gelegenheit bekommt.
Und Gelegenheiten hat man in Berlin ständig. Überall trifft man Singles, die selbst kein schlechtes Gewissen fürchten müssen. An der Kletterwand im Volkspark Friedrichshain, im Yogakurs auf der Matte nebenan, in Videotheken, Proseminaren und unten im Keller des Café Morgenrot am Kicker. „Spielst Du lieber vorne oder hinten?“

Sie sitzen spätnachts im Kiki Blofeld am Lagerfeuer, sie warten in der langen Schlange vorm Watergate, stehen bei Bistro Bagdad am Schlesischen Tor für Lamm-Döner an. Zu jeder guten WG-Party gehört ein attraktiver Single, der in der Küche die Weinflasche nicht alleine aufkriegt. Selbst frühmorgens nach einer durchfeierten Nacht vor der Tischtennisplatte am Helmholtzplatz stehen die Chancen nicht schlecht, dass schon jemand da ist und  gerne ein Runde mitspielt.

Wer sich einmal zwei Tage Zeit nimmt und seine Freunde nach ihren Seitensprüngen befragt und ihnen anbietet, dass sie sich auch einen schönen Vornamen aussuchen dürfen für den Artikel im Stadtmagazin, der wird staunen. Über die vielen guten Gründe, die es gibt, warum ein Fremdgänger im Grunde kein Täter, sondern Opfer ist. Warum er zum Seitensprung quasi gezwungen wurde. Max hat Füsun zwar betrogen, aber nur einmal und außerdem nach so viel Gin Tonic, dass er kaum etwas mitbekam. Anna war im Urlaub und ihre besten Freundinnen haben es auch getan. Kaja wollte sowieso Schluss machen. Kai wollte wissen, wie Männer küssen. Benedikt ist mit der Fremden nachts durch den Regen gelaufen – „kannst du dir vorstellen, wie romantisch das war?“ Jan-Phillipps Affäre hatte diesen extrem gut geformten Busen. Imke hatte jemand was ins Glas gekippt, glaubt sie. Und Carmen hatte bloß Analsex. Das ist kein richtiger Geschlechtsverkehr, das zählt also nicht, sagt sie. Wenn es doch offensichtlich so schwierig ist, monogam zu bleiben, warum werden wir mit dieser Aufgabe alleine gelassen? Es gibt zwar TV-Shows zum Kochen, Wohnungeinrichten und Gören-Erziehen, aber keine zum Treubleiben. Wo ist Enie van de Meiklokjes, wenn man sie braucht? Früher konnte man noch auf Positivbeispiele im Tierreich verweisen. Da gab es Vogelarten, von denen man glaubte, dass sie monogam leben. Meisen, Zaunkönige, Möwen, Krähen. Seit Wissenschaftler im großen Stil DNA-Analysen durchführen, ist von dem Idealbild nichts mehr übrig geblieben. Die Zwergpinguine zum Beispiel galten als Musterbeispiele für lebenslange Treue. Jetzt weiß man: Sie gehen zur Paarungszeit bis zu vier mal fremd – an einem einzigen Tag.

Vom Menschen nimmt man an, dass er sich in andere hineinversetzen kann. Und dass er sich bewusst ist, wie schmerzhaft der Seitensprung für den Partner sein wird, wenn er davon erfährt. Für 90 Prozent der Männer und 95 Prozent der Frauen ist es Grundvoraussetzung ihrer Beziehung, selbst nicht betrogen zu werden. Sind Fremdgänger skrupellos oder bedeuten ihnen ihre Partner so wenig?

Thomas Bahner müsste es wissen. Er ist Veteran im Fremdgeh-Business, seit 13 Jahren betreibt er die „Erste Berliner Seitensprungagentur“. Verkuppelt Sexsuchende, ganz diskret natürlich. Der Mann weiß hoffentlich Bescheid. Wir treffen uns im Steakhaus am Theodor-Heuss-Platz. Bahner ist 54, trägt Bluejeans und hat noch den Handy-Freisprechknopf im Ohr. Er arbeitet nebenher in der Werbebranche. Mit seinen Sex-Kunden ist es so, sagt er: Die meisten Fremdgänger hängen sehr an ihren Beziehungen. Und die Männer haben oft so große Schuldgefühle, dass sie ihm schon beim ersten Telefongespräch unbedingt erzählen wollen, was zu Hause schief läuft. Meistens stimmt der Sex nicht. Die Frauen kommen, weil sie sich nicht begehrt fühlen. Nicht genug umworben werden. Keine Komplimente bekommen. Sowas passiert nicht erst nach zehn Jahren Ehe, sagt Bahner. Er selbst hat übrigens keine Schuldgefühle. Seitensprünge können manchmal helfen, Beziehungen zu stabilisieren, sagt er. Und außerdem sei es Geschäft. Früher hat Thomas Bahner selbst an ewige Treue geglaubt. Dann betrog er seine Frau, und die Ehe ging kaputt. Inzwischen ist er zum zweiten Mal verheiratet. Einen Ring trägt er aber nicht. Das ist bei ihm ganz merkwürdig, sagt er. Sobald er Schmuck anziehe, verfärbe sich seine Haut  schwarz. Das habe ihm noch keiner erklären können, woran das liegt. Einmal wollte Thomas Bahner expandieren, seinen Service im großen Stil auch in München anbieten. Das hat er schnell aufgegeben. Es haben sich einfach zu wenig Frauen gemeldet. In Berlin war das nie ein Problem. Die Gegenseite hat auch aufgerüstet. Wer seinem Partner misstraut, kann sich an Treuetest-Agenturen wenden und ihm einen Lockvogel auf den Hals hetzen. Gibt der Geprüfte seine Telefonnummer heraus, ist er durchgefallen. Jeder zweite macht es. Die Firma Treue-test.com, eine der Großen in der Branche, hat bundesweit 100 Lockvögel im Einsatz. 60 davon arbeiten im Großraum Berlin. War ja klar.

Wer keine 250 Euro für den Lockvogel ausgeben möchte, muss selbst auf Spurensuche gehen. Da gibt es diesen kalligrafischen Test: Man drückt seinem Partner einen Stift in die Hand und lässt ihn „Ich liebe Dich“ schreiben. Sind die Punkte über dem i nach rechts verrutscht, ist der Schreiber angeblich seitensprunggefährdet. Wer’s glaubt. Verlässlichere Indizien sind: Wenn sich der Partner auf Myspace als Single ausgibt. Wenn er in deiner Gegenwart eine SMS bekommt und sie nicht gleich liest. Wenn er zum Sigur-Rós-Konzert will und nicht fragt, ob du mitkommst. Ganz verdächtig: Wenn er anfängt, sonderbare Fragen zu stellen. Zum Beispiel „Meinst du, man kann mehr als eine Person gleichzeitig lieben?“ So war es bei Nadja und Erik, nachdem Nadja etwas mit seinem besten Freund angefangen hatte. Das war die dümmste Idee ihres Lebens, sagt sie, und sie hatte immerhin schon Ärger, weil sie nachts Smileys in Polizeiautolack geritzt hatte. Jetzt sitzt sie im Graefekiez in ihrer Wohnung und kramt Eriks Foto raus und erzählt was von wegen Zeitzurückdrehen. Obwohl der Sex mit dem anderen Typen schon gut gewesen sei. Weil der sie eben richtig gewollt hätte. Nicht so wie Erik, für den nach dem 600. Beischlaf bloß der 601. kam. Die beiden wollten ihre Beziehung retten und haben viel geredet und Erik hat Rachesex probiert. Half aber nichts, weil sich das Quitt-sein-Gefühl nicht einstellte. Susanna und Marcel, die beiden mit dem Rosen-Code, telefonieren wieder miteinander. Susanna hat eine Therapie angefangen, denn sie hat die Vermutung, dass bei ihr vielleicht etwas nicht stimmt. Wahrscheinlich ist sie aber leider ganz
normal.

http://magazin.zitty.de/18493/seitensprung.html

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